Kein fairer Wettbewerb möglich? Warum die Regionalliga nicht später startet
Selbst der Verband räumt ein, dass viele Spielausfälle den fairen Wettbewerb gefährden. Allerdings wird sich am Spielplan auch 2027 nichts ändern, weil die Mehrheit der Vereine es so will. Bei Lok Leipzig ist man zwiegespalten.
Leipzig. Der 1. FC Lok musste ziemlich lange warten. Fast alle für das kommende Wochenende geplanten Regionalliga-Spiele waren spätestens am Dienstagabend abgesagt. Das Leipziger Gastspiel beim ZFC Meuselwitz folgte erst am Mittwochvormittag. Damit fällt der Start ins Jahr 2026 flach – und entflammt eine alte Diskussion aufs Neue. Fabian Gerber machte Anfang der Woche mit markigen Worten auf sich aufmerksam. Wegen der absehbar vielen Spielausfälle forderte der Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt eine Änderung des Rahmenspielplans. Kleiner Haken an der Sache: Die Vereine selbst hatten sich mehrheitlich für eben jenen Rahmenspielplan entschieden. Trotzdem sieht auch der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) schon jetzt Probleme mit der Gleichbehandlung aller Mannschaften auf sich zurollen.
„Den Wettbewerb fair zu gestalten, ist schon jetzt schwierig“, sagt NOFV-Geschäftsführer Till Dahlitz, etwa mit Blick auf die BSG Chemie Leipzig. Deren Spiel gegen Hertha Zehlendorf zum Beispiel ist bereits zum vierten Mal (!) neu angesetzt worden. Ob die nächsten Partien ausgetragen werden können, weiß ganz allein der Fußball-Wettergott. Also trifft doch den Verband die Schuld an sich anbahnenden Problemen im Kalender? Nun, die Angelegenheit ist einigermaßen kompliziert. „Natürlich können wir darüber reden, die Winterpause in der Regionalliga zu verlängern, aber momentan ist man einfach durch die Relegation so reglementiert, dass es schwierig ist, das alles unter einen Hut zu bekommen“, erklärt Lok-Geschäftsführer Toni Wachsmuth.
Till Dahlitz sagt: „Wir sind sehr flexibel, passen uns vollkommen den Wünschen der Vereine an. Wir geben lediglich den Endtermin vor.“ Dieser Termin wiederum muss vor den Landespokal-Endspielen („Finaltag der Amateure“, in diesem Jahr der 23. Mai) und der Relegation zur 3. Liga (nach derzeitigem Stand zwischen 21. und 26. Mai) liegen. Letzter Spieltag ist deshalb in diesem Jahr der 16. Mai. „Alles andere haben die Vereine mehrheitlich entschieden“, berichtet Till Dahlitz. Und zwar auch schon für die nächste Saison. Dann soll es nach der Winterpause am letzten Januar-Wochenende wieder losgehen, darauf haben sich die Clubs bereits verständigt. Auch wenn der Rahmenterminplan bislang nicht veröffentlicht wurde.
Dabei werden viele verschiedene Wünsche und Termine berücksichtigt. Daten für Landespokal-Partien während der Saison müssen genauso bedacht werden, wie genügend Vorlauf für Auf- und Absteiger. So steigt der letzte Oberliga-Spieltag am 30. Mai. Bis zum Start der Regionalliga 2026/27 am letzten Juli-Wochenende bleibt Liga-Neulingen oder Teams, die in die Relegation mussten, also sehr wenig Zeit für eine Pause und die Vorbereitung. Außerdem wollen die Regionalligisten so wenig wie möglich unter der Woche spielen. „Zu viele Englische Wochen können nicht Sinn der Sache sein, weil das auch wieder zuschauerunfreundlich ist“, sagt Wachsmuth. Ein weiterer (Nachhol-)Spieltag am letzten Wochenende vor Weihnachten wurde derweil laut NOFV von den Vereinen mehrheitlich abgelehnt.
Doch zurück zum aktuellen Nicht-Geschehen: Stand Mittwochmittag war für das Restart-Wochenende lediglich die Partie zwischen Carl Zeiss Jena und der VSG Altglienicke noch nicht abgesagt. „Auf jeden Fall ist es nicht gut, wenn so viele Spiele ausfallen“, sagt Wachsmuth. „Dadurch, dass wahrscheinlich der ganze Spieltag ausfällt, macht es meiner Meinung nach Sinn, den komplett nachzuholen, vielleicht unter der Woche. Damit zumindest die Tabelle nicht verzerrt ist.“
Quelle ---> https://www.lvz.de/sport/regional/lok-l ... JGVDI.html