Vater, Sohn und die Liebe zum Fußball: Zak und Tomislav Piplica sind fit für 2026
Sohnemann Zak war über Weihnachten und Neujahr in der Heimat. Der 24-Jährige wünscht dem Papa Tomislav (56) und dem 1. FC Lok Leipzig den Drittliga-Aufstieg. Seine eigene Zukunft in Zagreb ist nach Verlust des Stammplatzes ungewiss.
Leipzig. Besuch bei der sportiven Familie Piplica im Waldstraßenviertel. Tomislav Piplicas schlanke Gattin Ada ist charmante Chefin im Ring, schickt ihren topfitten Ehemann Tomislav, 56, den muskelbepackten Sohn Zak Paulo, 24, und den angedickten Besuch von der LVZ, 61, ein paar Etagen tiefer in den Fitness-Keller mit Sauna, den alle Mieter nutzen dürfen.
„Ihr wolltet doch noch trainieren, oder?“ Aye, aye, Ada! Seit 34 Jahren ist sie Tomislavs Ehefrau. Das Trio steigt die Treppen hinab zum Eisenbiegen und fit machen für das neue herausfordernde Fußball-Jahr. Und zum Reden. Tomislav und Zak muss man nicht zur Jagd tragen, beide wissen und leben, dass Qualität von Qual kommt. Der 1. FC Lok und sein Torwarttrainer Tomislav Piplica kehrten an diesem Sonntag nach einem gemeinsamen Brunch zurück an die Stanze, sie wollen Ende Mai Versäumtes nachholen und in die 3. Liga aufsteigen. Zak soll laut Plan am 9. Januar wieder beim kroatischen Zweitligisten NK Jarun Zagreb einsteigen. Besagter Plan könnte sich aber noch fundamental ändern.
Der kultige Tomislav hat schon vor über 20 Jahren den Manuel Neuer gemacht: Ada Piplicas berühmter Göttergatte hat von 1998 bis 2009 im Tor von Energie Cottbus gestanden; wobei das Wort „gestanden“ irreführend ist. Der Bosnier, der mit einem Dreitage-Bart und Pferdeschwanz zur Welt gekommen sein muss und im Cottbuser Stadion der Freundschaft noch heute Kultstatus genießt, war der erste mitspielenden Torhüter der Bundesliga. Beziehungsweise der zweite Offensiv-Keeper nach Petar Radenkovic, der heute 91-jährigen Torhüter-Ikone der Münchner Löwen. Piplicas Ausflüge haben die Energie-Fans und Ede Geyer gnadenlos entzückt und in den Wahnsinn getrieben, waren in 99 von 100 Fällen zielführend und erfolgreich. Sohnemann Zak über die fußballerischen Qualitäten seines Vaters: „Papa hat eine Ballbehandlung wie ein Feldspieler, kann unglaublich hart und platziert schießen.“ Und während der LVZ-Gesandte im Keller einen bewundernden Blick auf Tomislavs Bauchmuskeln wirft, sagt Zak: „Papa ist und bleibt eine Maschine, kein Gramm Fett, alles stahlhart. Er hat mir beigebracht, dass man nur etwas erreichen kann, wenn man hart arbeitet.“
Quo vadis, Zak? Vater und Sohn haben in den letzten Tagen viele Stunden hier unten zwischen den Hantelstangen und der 90-Grad-Sauna verbracht, Eisen gestemmt, Muskel-Ketten gestählt, geschwitzt, Gespräche geführt. Zentrale Themen im heimeligen Keller: Wie geht es weiter in Zaks Karriere, die erneut an einem Wendepunkt scheint? Schafft der 1. FC Lok 2026 den überfälligen Aufstieg? Und wer wird eigentlich Weltmeister? Zaks Stammplatz ist nach dem fixen Trainerwechsel in Zagreb über die Wupper gegangen: Der Mittelfeldspieler hat von 2020 bis 2025 beim 1. FC Lok gespielt, wurde in 153 Pflichtspielen zu einem Liebling der blau-gelben Fans. Als sich seine Einsatzzeiten unter Coach Jochen Seitz ausdünnten, verließ er im Sommer 2025 seinen Herzensverein und heuerte beim kroatischen Zweitligisten NK Jarun Zagreb an. Zak wollte sich im 900 PKW-Kilometer entfernten Zagreb präsentieren, NK Jarun, das Kooperationen mit prominenten Erstligaclubs unterhält, als Sprungbrett nutzen. Das Motto von Piplicas kroatischem Arbeitgeber hat Züge vom Red-Bull-Salzburg-Farmteam FC Liefering und geht so: Wir holen junge und kostengünstige Talente, machen sie besser, stellen sie ins Schaufenster und kassieren im Fall der Fälle Geld, viel davon. Harte erste Wochen, Lob in den Zeitungen: Die Sommervorbereitung bei NK Jarun war „knüppelhart“, sagt Zak, hat dem lauf- und zweikampfstarken Mentalitätsmonster aber „gutgetan und noch fitter gemacht“.
Die ersten Wochen und Monaten liefen für ihn persönlich herausragend, der Neuzugang war unter Cheftrainer Mario Vodanovic, 50, gesetzt, wurde in Zeitungen und im Fernsehen, ob seiner präsenten Bissigkeit gelobt. Vater Tomislav, der seinen Sohn mehrfach in Zagreb besucht hat: „Die kroatische zweite Liga ist stark, fußballerisch und physisch meiner Meinung nach besser als die dritte deutsche Liga. Zak und die anderen Jungs haben gut gespielt, aber keine Tore gemacht. Und nach fünf Spielen wurde der Trainer entlassen.“ Nachfolger Roy Ferencina, 55, steigerte den Punkteschnitt pro Match von 0,40 auf 1,42, fand dabei zum Leidwesen der Familie Piplica immer weniger Verwendung für Zak. Der mutierte vom Stamm- zum Ergänzungsspieler und blickte beim Fest der Liebe daheim in Leipzig auf zehn von 17 möglichen Pflichtspielen und in eine ungewisse Zukunft. Wie geht es weiter? Im Dialog. „Ich werde das Gespräch mit dem Trainer suchen und ihn fragen, wie er mich sieht, was das Beste für beide Seiten ist. Wenn ich nicht spiele, macht es keinen Sinn zu bleiben. Mein Ziel bleibt die erste Liga, in welchen Land auch immer.“
Patrick Bick und Alex Sekora − die Goldfinger − haben Hand angelegt: Der Rückgang an Spielzeiten hatte auch mit einer renitenten rechten Hüfte und den dazugehörigen Einschränkungen zu tun. Zak hat den Heimaturlaub genutzt, sich bekuren zu lassen. Patrick Bick (48/Osteopathie-Praxis in der Gustav-Adolf-Straße) und Alexander Sekora (54/Physiotherapie und Biohacking in der Rolf-Axen-Straße) legten erfolgreich Hand an. Der seit eh und je lautstarke Zak Paulo, der nach der 0:2-Lok-Heimniederlage gegen Zwickau in der blau-gelben Kabine war: „Ich bin jetzt wieder zu 100 Prozent fit. Mal sehen, wohin die Reise geht. Ich werde mein Glück auf jeden Fall weiter im Ausland suchen, darüber bin ich mir mit Papa einig.“ Und auch mit Mama Ada. Und wie stehen diesmal die Lok-Chancen auf den Aufstieg, die Herren? Tomislav: „Wir haben fünf Punkte Vorsprung, das soll mindestens so bleiben. Wir sind einen Tick stärker, abgezockter und auch schneller auf den Beinen als in der vorherigen Saison. Und wir haben schon zehn Mal zu null gespielt, viele enge Spiele auf unsere Seite gezogen. Natürlich wollen wir aufsteigen.“ Der in Cottbus geborene Zak: „Über den ungerechten Relegationsmodus müssen wir nicht reden. Und auch nicht darüber, dass Lok nach den Leistungen der letzten ein, zwei Jahre den Aufstieg verdient hat. Mein Traum ist, dass Energie Cottbus und Papa und der 1. FC Lok aufsteigen.“
Und wer wird eigentlich Weltmeister? „Wenn Manuel Neuer im Tor steht, hat Deutschland gute Chancen“, sagt Tomislav, der schon vor über 20 Jahren im offensiv mitspielenden Neuer-Stil brilliert hatte. Zak hofft auf Deutschland, glaubt an Argentinien. „Ich bin Messi-Fan. Wenn er zum zweiten Mal Weltmeister wird, ist sein Status als bester Spieler aller Zeiten in Stein gemeißelt.“
Quelle --->
https://www.lvz.de/sport/regional/1-fc- ... UCQDE.html
So I guess this is where I tell you what I learned - my conclusion, right? Well, my conclusion is: Hate is baggage. Life's too short to be pissed off all the time. It's just not worth it. (Danny Vinyard)